Soziale Netzwerke – Top oder Flop?
4. Mai 2010 | Von Redaktion Hanseatic Bank | Kategorie: Sicherheit
Soziale Netzwerke wie Facebook, Flickr oder Youtube sind der absolute Renner. Das zeigen zumindest die stetig wachsenden Nutzerzahlen. Der Austausch mit Freunden oder Kollegen, auch weit über die Ländergrenzen hinaus, scheint einer der vielen Anziehungspunkte für die Nutzer dieser neuen Communities zu sein. Aber es ist nicht alles sozial was sozial heißt. Die Netzwerke haben auch Schattenseiten.
Wäre Facebook ein Land, dann würde es heute mit geschätzten 400 Millionen Nutzern weltweit in der Rangliste der größten Länder der Erde wohl auf Rang 3 (!) liegen. Noch einiges hinter China und Indien mit je über einer Milliarde Einwohnern, aber schon weit vor den USA mit rund 305 Millionen. Und das in nur knapp sechs Jahren seit der Gründung im Jahr 2004.
Aber was macht die Faszination dieser Sozialen Netzwerke aus? Was reizt die Menschen sich daran zu beteiligen und sich – oftmals unwissend – im Netz derart transparent zu machen? Per Definition sind diese Sozialen Netzwerke Webportale, auf denen die Nutzer eigene Inhalte erstellen und untereinander austauschen können. Soziale Netzwerke sind also ein Phänomen des Web 2.0, des Mitmach-Web.
Die Nutzer können auf diesen Portalen eigene Profile erstellen. In businessorientierten Netzwerken wie Xing oder LinkedIn, sind diese Profile förmlicher, offizieller, meist als Firmenkontakt zum Netzwerken mit Kollegen genutzt. In den eher privaten Netzwerken geht es deutlich lockerer zu. Das zeigt sich sowohl in der Sprache als auch bei den Inhalten. Und genau hier fängt es an, kritisch zu werden.
Vordergründig sind die Sozialen Netzwerke ein tolle Sache, um neue Bekanntschaften zu schließen, alte Schulfreunde oder ehemalige Arbeitskollegen zu finden oder um sich einfach über die örtlichen und zeitlichen Grenzen hinweg mit jedermann austauschen zu können. Man kann Bilder auf Flickr hoch laden und seine Webseitenfavoriten bei Mister Wong speichern. Kann eigene Videos direkt vom Handy auf Youtube einstellen und von anderen kommentieren lassen. Oder man teilt seinem Netzwerk einfach nur über Twitter mit, dass man gerade am Bahnhof auf den Zug wartet, der einen in den lang ersehnten zweiwöchigen Urlaub bringt.
Der letzte Satz ist für sich allein betrachtet nicht bedenklich. Wenn man aber bedenkt, dass die Netzwerke zum Teil auch untereinander verbunden sind und Daten austauschen – sofern der Nutzer dies zulässt oder nicht verhindert – dann bekommt das Thema der veröffentlichten Inhalte und Daten eine ganz andere Brisanz. In Holland hatten sich ein paar Entwickler daraus einen Spaß gemacht und die Seite Please Rob Me entwickelt. Wie der Name „Bitte raub’ mich aus“ schon sagt, scannte dieser Dienst „verdächtige“ Kurzmeldungen auf Twitter, die z.B. den Urlaubsantritt ankündigten. Diese Infos wurden dann mit den Daten aus anderen Netzwerken verknüpft und so konnte man wunderbar sehen, dass Max Mustermann aus der Mustergasse in Musterhausen am 21.05.2009 für zwei Wochen in den Urlaub fuhr. Eine echte Einladung für jeden Einbrecher. Die Seite ist mittlerweile nicht mehr aktiv. Aber die Medienresonanz war enorm.
Es ist heute kein Geheimnis mehr, dass viele Personalberater nach Bewerberprofilen im Internet suchen. Wohl dem, über den nur Positives zu finden ist. Die letzten Partybilder können da schnell zum Stolperdraht werden. Und wer hat nicht schon mal nach einer Person „gegoogelt“, die er gerade kennen gelernt hat? Nun ist nicht alles schlecht, was die Sozialen Netzwerke anbieten. Der Nutzen und der Spaß an den zahlreichen Services überwiegt die Risiken bei weitem. Aber man sollte sich im Klaren darüber sein, dass das Internet transparent ist und Google nichts vergisst. Wer einmal in den riesigen Datenspeichern des Suchgiganten gefangen ist, kommt dort nur schwer wieder heraus.
Die Netzwerke bieten in der Regel allesamt sogenannte Einstellungen zur Privatsphäre an. Dort kann festgelegt werden, wer welche Inhalte sehen darf und wer nicht. Das perfide bei diesen Einstellungen ist, dass erst einmal alles öffentlich ist. Sonst wäre man ja nicht sozial. Und netzwerken könnte man auch nicht richtig. Der Nutzer muss sich also aktiv darum kümmern, etwaige Einschränkungen an der Transparenz vorzunehmen. Plattformen wie Facebook stehen wegen teilweise lascher Datenschutzmechanismen des Öfteren in der Kritik. Zumal sie versuchen, die enormen Nutzerzahlen gewinnbringend zu vermarkten, in dem sie wertvolle Kundendaten zu Geld machen möchten. Ende März 2010 hat auch die Stiftung Warentest einigen Sozialen Netzwerken einen mangelhaften Datenschutz attestiert.
Netzwerk-User sollten sich einfach klar machen, dass diese „Geflechte“ trotz ihrer sozialen Bezeichnung überdies Gewinne erzielen müssen. Auch im Zeitalter des Mitmach-Web muss Technik bezahlt werden. Inhalte sind zwar meistens kostenlos, aber deren Bereitstellung kostet Geld. Wer jedoch ein paar Grundregeln befolgt und sich beim Start in einem solchen Netzwerk zuerst mit seiner Privatsphäre auseinandersetzt, sich genau überlegt, was er wirklich im Netz veröffentlicht und ob das im Zweifel wirklich für jedermann interessant und von Nutzen ist, der wird sehr viel Spaß mit diesen neuen Services haben. Denn wir erleben hier zugleich eine Evolution der Technologien, als auch eine Revolution der Kommunikation untereinander.
Vermutlich stammt der Begriff der
Wer schon einmal bei einer Bank einen Kredit beantragen wollte, dem sind die Begriffe Postident oder Postident-Verfahren schon einmal begegnet. Doch was genau steckt dahinter? Wozu dient Postident und wer hat einen Nutzen davon?
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